Bücher zum Thema “Chinesische Weisheit”
CGT 1.3
Die Herzensangelegenheiten eines Edlen sind wie der blaue Himmel und die strahlende Sonne – man sollte sie immer andere wissen lassen.
Die Fähigkeiten eines Edlen sind wie versteckte Jade und verborgene Perlen – man sollte sie andere nie leichtfertig wissen lassen.
Übersetzung: Erling Weinreich 11.08.2002
CGT 1.4
Wenn der Kampf um Macht und Vorteil seine Blüten treibt, bleibt der rein, der erst gar nicht damit in Berührung kommt.
Reiner aber ist der, der damit in Berührung kommt, ohne sich anstecken zu lassen.
Wenn Listen, Strategien und Tricks gefragt sind, so erscheint der als erhaben, der sich damit nicht auskennt.
Erhabener ist aber der, der sie alle kennt, ohne sie jedoch zu anzuwenden.
Übersetzung: Erling Weinreich 11.08.2002
CGT 1.22
Wer nur die Bewegung liebt, gleicht einem Blitz in den Wolken oder einer Kerze im Wind.
Wer nur die Ruhe liebt, gleicht toter Asche oder einem vertrockneten Baum.
Die beste Haltung des Geistes aber ist, wenn man dem Adler gleicht, der durch stehende Wolken kreist, oder dem Fisch, der im ruhigen Wasser springt.
Übersetzung: Erling Weinreich 11.08.2002
CGT 1.23
Wenn Du die Fehler eines Menschen attackierst, sei nicht zu streng – denke daran, Deinen Rat so zu formulieren, dass er ihn noch annehmen kann.
Wenn Du einen Menschen zum Guten ermahnst, setze die Ansprüche nicht zu hoch – denke daran, dass er noch in der Lage sein sollte, es umzusetzen.
Übersetzung: Erling Weinreich 11.08.2002
CGT 1.24
Nichts ist schmutziger als das Getier im Mist – und doch verwandelt es sich eines Tages in eine Zikade, die im Herbstwind den Tau vom Laub trinkt.
Nichts ist dunkler als ein Haufen Stroh – und doch entspringt einmal aus ihm ein Glühwürmchen, das im sommerlichen Mondlicht flackert.
Daran können wir erkennen, dass das Reine oft aus dem Schmutz entsteht und das Leuchtende aus der Dunkelheit.
Übersetzung: Erling Weinreich, 1999.
CGT 1.27
Wenn Du auch täglich durch die Hallen der Macht wandelst, so trage doch in Dir die Luft aus Bergen Wäldern.
Wenn Du auch an einer einsamen Waldquelle haust, so solltest Du doch die Regierungskünste aus den Palasthallen verinnerlicht haben.
Übersetzung: Erling Weinreich, 1999.
CGT 1.28
Auf dieser Welt musst Du nicht nach großem Erfolg streben- keine Fehler begangen haben, das ist schon ein Erfolg.
Verlange im Verkehr mit anderen nicht immer nach Bezeugungen ihrer Dankbarkeit – sei schon dankbar, wenn niemand dir Hass entgegenringt.
Übersetzung: Erling Weinreich, 1999.
CGT 1.36
Im Umgang mit gemeinen Menschen ist es nicht schwierig, eine strenge Miene zu machen – es ist schwierig, ihnen ohne Hass entgegenzu treten.
Im Umgang mit edlen Menschen ist es nicht schwierig, sich unterwürfig zu zeigen – es ist schwierig, ihnen mit ehrlicher Höflichkeit entgegen zu treten.
Übersetzung: Erling Weinreich, 1999.
CGT 1.29
Fleiss ist zwar eine Tugend, aber wenn man es sich selbst zu bitter macht, dann verliert man auch das ausgeglichene und fröhliche Wesen.
Wer alles Weltliche kühl betrachtet, der umgibt sich zwar mit einer unnahbaren Aura, aber wer sich zu sehr von allem fernhält – wie kann der anderen Menschen noch von Nutzen sein?
Übersetzung: Erling Weinreich, 2000.
CGT 2.134
Wenn eine Blume halb aufgeblüht oder man vom Wein ein wenig berauscht ist, so ist das ein schönes Vergnügen.
Wenn man aber alles immer bis zum letzten Becher austrinkt, so bleibt nur ein häßlicher Zustand.
Alle, die ihre Wünsche bis zur Neige auskosten wollen, täten gut daran, dies zu bedenken.
Übersetzung: Erling Weinreich
CGT 2.8
Die Menschen können zwar geschriebene Bücher lesen, aber das ungeschriebene Buch verstehen sie nicht.
Die Menschen können zwar eine besaitete Laute spielen, aber die Laute ohne Saite beherrschen sie nicht.
Was sie als Form vor sich haben, davon machen sie Gebrauch – was sie mit dem Geist erfassen könnten, das verwenden sie nicht.
Und doch behaupten sie, sie hätten die Freuden der Bücher und der Musik schon erfasst.
Übersetzung: Erling Weinreich
CGT 1.223
Der Edle kennt keine Furcht, wenn er sich in Schwierigkeiten befindet – er kennt nur die Vorsicht, wenn er in einer zu angenehmen Lage weilt.
Er hat keine Angst, wenn er den Mächtigen gegenübertritt – er kennt nur die Angst, die er um Alte und Schwache hat.
Übersetzung: Erling Weinreich
CGT 1.151
Wenn das Wasser keine Wellen mehr hat, so ist es von sich aus zur Ruhe gekommen.
Wenn ein Spiegel keinen Staub mehr hat, so ist er von sich aus klar.
So wird auch unser Herz von sich aus klar, wenn wir alles Unreine daraus entfernt haben.
Auch Freude müssen wir nicht suchen – wenn wir alle unsere Bitternisse entfernen, wird sie sich von selbst einstellen.
Übersetzung: Erling Weinreich
